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28.5.2010 von Renate Miethner.
5 Milliarden Euro sind ein stolze Zahl. Soviel jedenfalls sollen die Deutschen im Jahr 2009 für Schönheitsoperationen ausgegeben haben. Man kann sich grob vorstellen, wie die Verhältnisse da weltweit stehen. Unabhängig von medizinisch uneingeschränkt notwendigen Fällen (bei Deformationen, die eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bewirken oder gar gefährlich sein können), wäre ein Großteil derartiger chirurgischer Eingriffe zu unterschiedlichen Graden jedoch durchaus auch verzichtbar. Die Motive mögen vielfältig sein, und nicht immer ist es nur die gerne oft unterstellte (und sicherlich nicht selten auch wirksame) persönliche Eitelkeit, die hier eine Rolle spielt, doch in der Regel ist der Schritt zu einer Schönheits-OP nur eingeschränkt von gesundheitlichen Überlegungen bestimmt.
Philosophische betrachtet, ist die kosmetische Chirurgie in allen ihren Ausprägungen hauptsächlich in einer Hinsicht interessant, und das ist eine ethische. Doch dabei stehen weniger die Ärzte im Fokus, als vielmehr die Patienten selber. In kantischer Fragestellung ließe sich die Aufgabe formulieren: Ist die Entscheidung zu einem freiwilligen, medizinisch nicht uneingeschränkt notwendigen ästhetischen Eingriff moralisch geboten, verboten oder einfach freigestellt (also erlaubt ohne ethischen Zwang)?
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28.3.2010 von Renate Miethner.
Gerade im Zusammenhang von Biotechnologien, insbesondere der „Gentechnik”, wird immer wieder der Ruf laut nach Beschränkung der Forschungstätigkeiten, wenn nicht gar nach einem völligen Verbot weiterer Forschungsbemühungen auf diesen Gebieten. Die Frage nach Grenzen des Zulässigen oder Erlaubten wird in den Raum gestellt, wobei erstaunlicherweise ungefragt bleibt, wer oder was denn da grundsätzlich und rechtmäßig Erlaubnis gewähren und Forschung gestatten oder untersagen könnte. Dabei erhält die Gentechnik häufig eine unerklärlicherweise zugewiesene Sonderstellung, die kaum einmal mehr auf ihre Angebrachtheit und Berechtigung geprüft wird.
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19.1.2010 von Renate Miethner.
Eine Reihe besonders gewalttätiger US-Spielfilme der letzten Jahre wird mittlerweile unter der etwas befremdlichen und inhaltlich irreführenden Kategorie „torture porn“ oder auch „gorno“ (für gore=Blut und porn=Porno) diskutiert. Grund für diese Namensgebung ist die ausführliche Darstellung von Gewaltmaßnahmen gegenüber den Filmfiguren, die in aller Regel durch Folter oder Verstümmelung ums Leben kommen. Positiv gestimmte Kritiker sehen hierin eine drastische Reaktion auf die Ereignisse um Guantanamo und Abu Ghraib, andere vermuten eher eine Herabsetzung der Hemmschwelle unter kommerziellen Aspekten. Die Frage hinter beiden Positionen ist jedoch identisch und zielt ab auf mögliche Erlaubnisgrenzen von Gewaltdarstellungen in Werken aus Kunst und Kultur.
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19.9.2009 von Renate Miethner.
„Unnötiges” Leid und „vermeidbare” Schmerzen sollen nach Möglichkeit auch denjenigen Tieren nicht zugefügt und zugemutet werden, deren Dasein allein durch menschliches Entscheiden und Eingreifen hinsichtlich des Erreichens einer gewissen „Reife” (im Sinne von Gewicht, Größe, Ergiebigkeit oder Produktivität) befristet wird. Dieser Maxime hat, europäischen Richtlinien genügend, nationalstaatliche Gesetzgebung Entsprechung zu leisten.
Sieht man einmal von der Frage ab, ob überhaupt von einer Notwendigkeit und Berechtigung ausgegangen werden kann und darf, Lebewesen zum Zwecke der Genussmaximierung „zu produzieren”, so bleibt immer noch prinzipiell hinterfragbar, inwiefern der Mensch verpflichtet ist, den von ihm ins Leben gerufenen Kreaturen ein jeweils „artgerechtes” Leben bis zu ihrem Lebensende zu ermöglichen und zu gewährleisten.
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22.8.2009 von Renate Miethner.
Mit dem Verweis auf die seit geraumer Zeit beständig dringlicher werdende Prävention vor Terroranschlägen oder Einzeltätern, mit denen allerorts immer wahrscheinlicher zu rechnen sein müsse, und mit der Begründung, bessere und schnellere Fahndungserfolge zu ermöglichen, werden vielgestaltige Überlegungen angestellt, bislang ohnehin bereits etablierte und fast zur Gewohnheit gewordene Überwachungsmaßnahmen in erheblichem Maße und Umfang auszuweiten.
Getreu dem Lenin´schen Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser”, wird - an das menscheneigene Bedürfnis nach größt- und bestmöglicher und auch künftiger Sicherheit appellierend - von der Notwendigkeit der Schließung bestehender sogenannter „Sicherheits-Lücken” gesprochen und daran gearbeitet, Befürchtungen des immer umfassenderen und undurchsichtigeren Ausgeliefertseins an anonyme staatliche Kontrollorgane und –institutionen zur alltäglichen Gewissheit werden zu lassen. Interessanterweise lässt sich im alltäglichen Arbeitsleben eine Parallele finden, von der her die entstehende Problematik offensichtlich wird.
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17.1.2009 von Renate Miethner.
Im Zuge einer mittlerweile schon recht langlebigen Kampagne eines bekannten Elektronikdiscounters hat die Popularisierung von Geiz als einer begrüßenswerten Haltung inzwischen einen gesellschaftsfähigen Status erreicht. Wer geizt, handelt klug und tut sich selber etwas Gutes. So jedenfalls scheint ein gewisser Konsens es zu sehen – und das keineswegs nur oder hauptsächlich im Rahmen privaten Konsumverhaltens.
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7.10.2008 von Renate Miethner.
Die Diskussion um Ansprüche auf Kinderbetreuungsplätze hält nun schon eine Weile an, ohne dass eine zufrieden stellende Lösung in Sicht zu sein scheint. Vom Qualitätsverlust der Kinderbetreuung im Allgemeinen wird gesprochen, und die Verantwortlichen raufen sich ratlos die Haare. Gerne hätte man hier ein Patentrezept, das einem die Probleme vom Tisch wischt, doch daran ist nicht zu denken. Grund genug, einen genaueren Blick auf das Thema an sich zu werfen.
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7.7.2008 von Renate Miethner.
Am 19. September 2007 stellte die Bundesregierung ihren Antrag zur „Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO“ für weitere zwölf Monate. Ziel der internationalen Gemeinschaft ist es in diesem Zusammenhang, den Wiederaufbau Afghanistans mit langfristig stabilisierender Wirkung zu befördern. Hierzu will Deutschland auch in Zukunft weiterhin beitragen und rund 3500 Soldaten vor Ort einsetzen. Es empfiehlt sich, hier genauer hinzuschauen, um zu klären, welche staats- und völkerrechtsphilosophischen Voraussetzungen dazu erfüllt sein müssen – speziell vor dem Hintergrund von „einsatzbedingten Zusatzausgaben“ in Höhe von 487 Millionen Euro, die der hiesige Steuerzahler immerhin stemmen muss.
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23.5.2008 von Renate Miethner.
Mit dem Jahreswechsel 2007/2008 traten die neuen Regelungen zum sogenannten Nichtraucherschutz in Kraft. Einige Bundesländer konnten bereits im Vorjahr erste Erfahrungen sammeln, andere haben noch eine Übergangsfrist, für alle aber gilt: in Zukunft ist das Rauchen in gastronomischen Betrieben und öffentlichen Gebäuden verboten. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht will hier Einhalt gebieten, denn die Gastronomen fürchten um ihre Umsätze. Die Lager sind gespalten. Wie auch immer die Richter entscheiden werden, oder welche Maßnahmen Rauchgegner und –befürworter noch ergreifen werden, fraglich ist in jedem Fall, inwiefern der Staat in einem solchen Fall tatsächlich regulativ eingreifen muss oder möglicherweise gar nicht darf.
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17.5.2008 von Renate Miethner.
Neben gewaltlastigen Horrorfilmen und lautstarker Heavy-Metal-Musik (die vermutlich so manchen Volksvertreter schnell aus dem Büroschlaf im Parlamentsstuhl reißen würde und ihm deshalb so gefährlich vorkommt) ist es vor allem eine bestimmte Typologie von PC- und Konsolenspielen, die in der politischen Diskussion gerne zur bestimmenden Ursache von Fehlentwicklungen bei zur Gewalt neigenden Jugendlichen erklärt wird. Im Falle akuter Handlungsnot unter öffentlichem Druck wird deshalb regelmäßig ein generelles Verbot sogenannter „Ego-Shooter“ (in der bereits politisch instrumentalisierten Form mit dem Terminus „Killerspiele“ belegt) als Lösung auf den Plan gerufen – und man mag hinzufügen: über weite Strecken ohne Sinn und Verstand.
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