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28.5.2010 von Renate Miethner.
5 Milliarden Euro sind ein stolze Zahl. Soviel jedenfalls sollen die Deutschen im Jahr 2009 für Schönheitsoperationen ausgegeben haben. Man kann sich grob vorstellen, wie die Verhältnisse da weltweit stehen. Unabhängig von medizinisch uneingeschränkt notwendigen Fällen (bei Deformationen, die eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bewirken oder gar gefährlich sein können), wäre ein Großteil derartiger chirurgischer Eingriffe zu unterschiedlichen Graden jedoch durchaus auch verzichtbar. Die Motive mögen vielfältig sein, und nicht immer ist es nur die gerne oft unterstellte (und sicherlich nicht selten auch wirksame) persönliche Eitelkeit, die hier eine Rolle spielt, doch in der Regel ist der Schritt zu einer Schönheits-OP nur eingeschränkt von gesundheitlichen Überlegungen bestimmt.
Philosophische betrachtet, ist die kosmetische Chirurgie in allen ihren Ausprägungen hauptsächlich in einer Hinsicht interessant, und das ist eine ethische. Doch dabei stehen weniger die Ärzte im Fokus, als vielmehr die Patienten selber. In kantischer Fragestellung ließe sich die Aufgabe formulieren: Ist die Entscheidung zu einem freiwilligen, medizinisch nicht uneingeschränkt notwendigen ästhetischen Eingriff moralisch geboten, verboten oder einfach freigestellt (also erlaubt ohne ethischen Zwang)?
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